ehemalige2018Berufsinformationen aus erster Hand

Ein wichtiger Termin im Jahresplan der Realschule Stühlingen ist die vom Förderverein initiierte Veranstaltung „Ehemalige Realschüler berichten von ihrem Berufsweg“, an der alle Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen teilnehmen.

Die Vorsitzende des Fördervereins der Realschule, Kirsten Huber, begrüßte die Neuntklässler/innen, führte in das Thema Berufswahl ein und ermunterte die Jugendlichen, sich früh genug mit der Entscheidung, wie sie sich ihren späteren Beruf vorstellen und welche Voraussetzunge sie dafür mitbringen, auseinander zu setzen. Sie gab ihnen den Spruch von Maja Storch mit auf den Weg: „Kluge Entscheidungen sind die, bei denen Kopf, Bauch, Verstand  und Gefühl koordiniert sind“.

Erster Referent war der Kaufmann für Touristik Maik Lampert vom Reisebüro Atlantis in Wutöschingen. Beim Bericht über seinen Werdegang konnte er den Jugendlichen vermitteln, dass nicht alle Berufswege gradlinig verlaufen: „Scheitern hilft im Leben und macht einen reifer, nach jedem Scheitern kommt auch wieder ein Erfolg“. Er betonte, dass der Beruf des Touristikers Freude an der Arbeit mit Menschen, Verantwortungsbewusstsein und Liebe zu Reisen erfordert. Voraussetzung ist der Abschluss Mittlere Reife, wobei immer öfter auch Leute mit Abitur eingestellt werden. Herr Lampert führte aus, dass es viele Aufstiegsmöglichkeiten wie interne Weiterbildung oder ein Studium zum Betriebswirt gibt. Fotos von beliebten Reisezielen auf der ganzen Welt rundeten den Vortrag ab.

Tobias Held und Jonas Güntert von der Schreinerei Isele in Weizen stellten den Beruf des Schreiners/ der Schreinerin vor. „Du hast’s drauf! Mach was draus! Schreinerlehre!“ lautete der Slogan, mit dem die Schülerinnen und Schüler über die enorme Vielseitigkeit des Schreinerberufes informiert wurden. Tobias Held, der als Lehrling angefangen hatte, ist seiner Firma treu geblieben und ist inzwischen deren Eigentümer und Chef. Er räumte mit dem Vorurteil auf, Schreinerei beschränke sich auf Hausbau und Möbel. „Bist Du kreativ, ehrgeizig, geschickt, ein Allrounder mit den unterschiedlichsten Interessen? Willst Du Ziele erreichen?“ umschrieb er die Anforderungen an zukünftige Schreiner und Schreinerinnen, wobei er auch gezielt Mädchen für diesen Beruf begeistern wollte. Er unterstrich die Vielseitigkeit dieses Handwerks mit Fotos, die zeigten, dass auch Küchen, Bäder, Arbeit mit Kunststoffen, Metallen, Betonimitaten in Museen, Filmstudios und Flughäfen zum Arbeitsbereich eines Schreiners gehören, das alles mit Unterstützung von modernen Hightech-Geräten. Jonas Günter, der in der Firma seine Ausbildung macht. ergänzte die Infos zu diesem Beruf, bei dem es ebenfalls zahlreiche Perspektiven zur Weiterbildung wie ein Masterstudium zum Architekt, Designer oder Ingenieur gibt.

Gut zu diesem Beruf passte der Vortrag des dritten Referenten, Architekt Bruno Jehle aus Eberfingen, der begleitet wurde von Jana Moser, die in seiner Firma als Bauzeichnerin arbeitet. In sehr persönlichen Worten berichtet er von Durststrecken in seiner eigenen Schulzeit die er überwunden hat und ermutigte in diesem Zusammenhang die Jugendlichen: „Wenn Ihr etwas wollt, dann schafft Ihr das auch!“ Er bezeichnete sein Berufsbild als eine Mischung aus Techniker und Künstler, nach dem Studium an der FH Regensburg gab es die Möglichkeiten, in die Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung oder Landschaftsarchitektur zu gehen. Er ist seit 2000 freier Architekt. Jana Moser pendelt als Bauzeichnerin zwischen Büro und Baustelle, als Grundvoraussetzung für diesen Beruf nannte sie räumliche Vorstellungsvermögen, gute Kenntnisse in Mathematik und IT, man kann diesen Beruf als duale Ausbildung in Donaueschingen, Freiburg und Schopfheim lernen. Zum Abschluss der Ausführungen waren die Zuhörer überrascht von der Tatsache, dass auf einer Baustelle 25 verschiedene Berufe notwendig sind, auf die sich ein Architekt verlassen muss.

Kirsten Huber und Konrektorin Barbra Berreth bedankten sich bei den Referenten für die vielseitigen Informationen, die Schülerinnen unterstützten das mit kräftigem Applaus.