Englisch Lernen aus erster Hand

101 8477 resizedStühlingen - Schon seit vielen Jahren ist das White Horse Theatre einmal pro Schuljahr Gast in der Aula der Realschule Stühlingen. In diesem Jahr begeisterten die 4 Schauspieler/innen im Alter zwischen 23 und 33 Jahren die Fünft- bis Siebtklässler/innen mit Silver Jane und die Klassen acht und neun mit Light Fingers. Die Aufführungen wurden vom Förderverein der Realschule bezuschusst.

In leicht verständlichem Englisch, das schon von Fünftklässler/innen größtenteils verstanden wurde, wurde die Geschichte von Silver Jane gespielt, einem Mädchen, das ein bis dahin kinderloses älteres Ehepaar als Baby in einer silbernen Box im Wald findet und als Geschenk des Himmels mitnimmt und aufzieht. Silver Jane beeindruckt durch unglaubliches Wissen in allen Schulfächern sowie durch immense Kräfte, mit denen sie zunächst einen stadtbekannten Schläger und einen Bankräuber unschädlich macht. Sie lernt Rupert kennen, einen Computerprogrammierer und verliebt sich in ihn. Dank ihrer Fähigkeiten kann sie ihn vor einem Bären retten, den sie genauso friedlich macht wie vorher die Verbrecher. Immer öfter beschäftigt das Mädchen die Frage, woher sie kommt, da sie sich doch so sehr von ihren Eltern unterscheidet, die im Wald leben und weder lesen noch schreiben können. Stimmen, die nur sie hört, bekräftigen sie in ihrem Zweifeln. Von diesen Stimmen bekommt sie schließlich den Auftrag, das Universum zu retten indem sie auf einem fernen Planeten ein schreckliches Monster besiegt, das es sich zum Ziel gemacht hat, die gesamte Erde zu zerstören. Nach einem harten Kampf, dessen glücklicher Ausgang von ihrem Freund Rupert aufgrund dessen Computerwissens mit beeinflusst wird, kehrt sie auf die Erde und zu ihren Eltern zurück.

Beeindruckend war die Komposition von Tanz, Musik und Sprache, wobei mit einfachen Kostümen und sparsamem Umgang mit Requisiten eine tolle Theateratmosphäre geschaffen wurde, die dadurch noch bereichert wurde, dass die Schauspieler sich im Rahmen der Handlung unter die Zuschauer mischten. Und ganz wichtig: es wurde oft gelacht.

Bildergalerie White Horse Theatre 2017

Ernster ging es zu bei der Vorführung für die Klassen acht und neun. Das Stück „Light Fingers“ setzt die Schwerpunkte auf die Themen Jugendkriminalität, familiäre Konflikte und die Verheißungen der Werbeindustrie. Den Zuschauern sollen die möglichen Ursachen und Konsequenzen von Diebstahl vor Augen geführt werden und sie sollen zum Nachdenken und Diskutieren angeregt werden.

Drei Jugendliche, Dennis, Gina und Zack verrichten zusammen gemeinnützige Arbeit, zu der sie aufgrund mehrerer Delikte verurteilt wurden. In einem Flashback erzählt Dennis, wie es dazu kam. Aufgrund laufender Berieselung durch die Medien, die einen superneuen Computer anpreisen, den man einfach haben muss, bittet er seinen Vater, ihm diesen zu kaufen, was aber abgelehnt wird, da Dennis bereits einen Computer besitzt. Die Konflikte eskalieren und Dennis nimmt einen Ferienjob an, den er aber nicht durchhält. Er lernt zwei coole Typen kennen, Zack und Gina, und um seine eigenen Coolness unter Beweis zu stellen stiehlt er ein teures Parfum für Gina. Sein schlechtes Gewissen verfolgt ihn überall hin, und trotzdem zieht es ihn wieder zu dem Geschäft, wo der begehrte Computer steht. Zusammen mit Gina plant er den Diebstahl, der mit vielen Tricks auch gelingt. Jedoch quält ihn die Angst vor Entdeckung derartig, dass er den Computer nicht wirklich genießen kann und ihn versteckt. Am Ende wird er entlarvt und die letzte Szene gleicht der ersten – die Jugendlichen müssen ihre Strafe abarbeiten.

Auch bei diesem Stück faszinierte die außerordentliche schauspielerische Leistung der vier Engländer. Schnelle Szenenwechsel mit einfachen Requisiten hielten Spannung und Aufmerksamkeit aufrecht, wobei das Sprachniveau recht hoch war.

Zum Abschluss standen die Schauspieler noch für Fragen bereit, was besonders von den unteren Klassen rege in Anspruch genommen wurde.