Wertvolle Informationen über ein heikles Thema

SMV Projekt RafaelNachdem die Weihnachtsspendenaktion 2016 der SMV zur Hälfte dem Netzwerk Rafael übergeben worden war, erklärte sich Frau Dahlin bereit, den Schüler/innen der sechsten und achten Klassen einen Überblick darüber zu geben, wofür das Geld verwendet wird. Frau Angelika Dahlin berichtete in der Realschule über das Engagement des Netzwerkes Rafael in Tansania.

Frau Dahlin lebt jeweils ein halbes Jahr in Tansania und ist so mit dem Leben und den Problemen dort vertraut. „Ich nehme Euch mit nach Afrika, kommt in unsere Lehmhütte“ mit dieser Einladung und einigen Wörtern in Suaheli entführte sie die gespannten Sechstklässler in eine total andere Welt. Tansania ist zweieinhalbmal so groß wie Deutschland und hat 40 000 Einwohner. Sie zeigte Bilder von Steppen, Bergen, Regenwald, wilden Tieren und tropischen Pflanzen. Bald wurde den Zuhörern allerdings klar, dass sich hinter dieser scheinbaren Idylle viele Probleme verbergen. So ist es nicht allen Kindern und Jugendlichen vergönnt, eine Schule zu besuchen, da Kinderarbeit an der Tagesordnung ist – sie müssen babysitten, Reis putzen, Matten aus Palmblättern flechten, mit Holzkohle-Bügeleisen bügeln, bei der Tierhaltung helfen und jede Art von Hilfsarbeiten ausführen. Besonders erstaunt waren die Zuhörer über Bilder, auf denen schon kleine Kinder ihre Wäsche selbst wuschen und Feuerholz sammelten.

Auch viel Positives wurde vermittelt, so sah man ältere Menschen und Kinder bei  Festen gemeinsam spielen, Moslems und Christen leben friedlich zusammen und helfen sich sogar gegenseitig beim Kirchenbau und das Pflanzen von Mangobäumen und Erdnüssen macht dank vieler Spenden aus Deutschland Fortschritte. Auch das Ziegenprojekt in Hale ist auf einem guten Weg, aus einzelnen gespendeten Ziegen ist inzwischen eine große Herde geworden.

Bei den Achtklässlern/innen legte die Referentin den Focus mehr auf das eigentlich Thema ihrer Arbeit, den Kampf gegen die Genitalverstümmelung bei Mädchen. Jede fünfte Frau in Tansania fällt dieser 3000 Jahre alten Tradition zum Opfer. Die Motivation für diese grausame Sitte liegt in einer Menge von Vorurteilen wie zum Beispiel dass Mädchen dadurch zur vollkommenen Frau und heiratsfähig werden, soziale Anerkennung bekommen und Erkrankungen vorbeugen. Es ist inzwischen dank Aufklärung eine Gegenbewegung entstanden, man redet in den Schulen darüber und es gibt sogar Mütter, die ihren Töchtern raten, zu fliehen um der Verstümmelung zu entgehen. Diese jungen Mädchen finden Aufnahme im Schutzhaus der NAFGEM (Network Against Female Genital Mutilation) wo sie lernen, eigene Ideen zu entwickeln um ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Auch für die arbeitslos gewordenen Beschneiderinnen gibt es Projekte wie der Bau eines Hotels das sie in Eigenregie führen wollen.

Die SMV hat beschlossen, auch dieses Jahr wieder den Erlös der Weihnachtsspendenaktion dem Netzwerk Rafael zukommen zu lassen. Letztes Jahr wurde das Geld für das Pflanzen von Bäumen verwendet, dieses Jahr soll Geschirr für das neu errichtete Restaurant der ehemaligen Beschneiderinnen angeschafft werden.