MB Schmidt 2017Politik im Klassenzimmer

Politik aus erster Hand durften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b an der Realschule Stühlingen zusammen mit Schulleiter Felix Lehr und Klassenlehrer Sascha Steinert beim Besuch der Bundestagsabgeordneten Gabriele Schmidt aus Ühlingen-Birkendorf erleben.

Der Besuch war als Vorbereitung auf die Studienfahrt der Klasse im Herbst organisiert worden und die Schülerinnen und Schüler stellten mit gut vorbereiteten Fragen ihr Interesse an Politik unter Beweis. Gabriele Schmidt fand von Anfang an den richtigen Ton im Umgang mit jungen Leuten. „Ihr bekommt Eure Klassenfahrt von der CDU bezuschusst, der Preis dafür ist eine Stunde mit mir!“ Auf die Frage nach ihrer Motivation, Politikerin zu werden, berichtete sie, dass es die Gemeindereform war, die sie als Jugendliche damals interessierte und ihr den Weg in die Politik wies, zunächst in den Gemeinderat später dann über die Gemeindgrenzen hinaus. Weiterhin interessierte die Zuhörer, welche Aufgaben sie als Bundestagsabgeordnete hat. Gabriele Schmidt arbeitet im Ausschuss für Soziales, ist also für die Sozialgesetzgebung  zuständig, wovon ihre Arbeit sowohl in Berlin als auch in ihrem Wahlkreis bestimmt wird. So berichtete sie von bis zu 300 Bürgeranfragen, die sie zu einzelnen Themen bekommt, und die von ihr und ihren drei Mitarbeiterinnen bearbeitet werden. „Es ist mir sehr wichtig, den Kontakt zum Wahlkreis zu halten.“ Erstaunt waren die Jugendlichen, als sie von einem bis zu 14-stündigen Arbeitstag hörten, auch die Kleiderordnung im Bundestag wurde angesprochen.

Als politische Themen standen auf den Fragelisten der Schülerinnen und Schüler die Themen Schulsystem, Atommüll sowie die Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Als Positivum im deutschen Schulsystem nannte die Abgeordnete die Tatsache, dass in Deutschland die staatlichen Schulen ein hohes Niveau haben und nicht, wie zum Beispiel in den USA, Eliteschulen für eine gute Zukunft vonnöten sind. Sie bekannte sich zum dreigliedrigen Schulsystem, in dem auf verschiedene Begabungen geachtet werden kann und so weniger gescheiterte Schulkarrieren zu verzeichnen sind. Sie beklagte die zu kurzfristigen Planungen im Kultusbereich.

Auf die mutige Frage eines Schülers, warum man den Atommüll nicht einfach in einer Rakete auf den Mars schicken könne, antwortete sie, dass man unsere Welt nicht dadurch retten könne, dass man andere Welten zerstöre. Es gebe keine einfachen Lösungen für komplizierte Probleme. Sie sprach sich für den Rückzug des Atomstroms aus. Zum Thema TTIP und CETA warnte sie vor Abschottung und plädierte für einen globalen, internationalen Markt, wo es keine „guten“ und „schlechten“ Länder gäbe, ermunterte aber die Jugendlichen, zu schauen, woher Produkte kommen und auch auf Regionalität zu achten. Nach einem kurzen Exkurs zum Thema Türkei gab Gabriele Schmidt den Schülerinnen und Schülern Tipps für ihren Berlinaufenthalt und ermunterte sie zu politischem Engagement, das, wie sie sagte „sehr spannend“ sein kann.