Gelebte Völkerverständigung

 

Stühlingen – Zehn Jugendliche aus Bellême verbrachten im Rahmen der Städtepartnerschaft eine Woche in Stühlingen.

Nachdem zehn Schülerinnen und Schüler der Realschule Stühlingen im Juni eine Woche in Bellême zu Gast gewesen waren, konnten sie nun ihre Austauschpartner/innen bei sich zuhause willkommen heißen. Das diesjährige Thema des Austausches lautet „Geschichte der Region“, das den Deutschen anhand von Besuchen des Mont Saint-Michel, des Schlosses Courboyer sowie historischer Sehenswürdigkeiten in Bellême bereits nähergebracht worden war.

 

Das Programm, welches das Partnerschaftskomitee Stühlingen-Bellême für die jungen Leute ausgearbeitet hatte, knüpfte an diese Inhalte an. Französischlehrerin Helena Lakke empfing die französischen Schülerinnen und Schüler gleich am ersten Tag in der Realschule, wo sie nach einem ersten Einblick in das deutsche Schulleben von Jutta Binner-Schwarz in der Schulküche in das Mittelalter entführt wurden. Anhand von Rezepten aus dem ersten gedruckten Kochbuch „Küchenmeisterei“ von 1485 stürzten sich Franzosen und Deutsche gemeinsam voller Begeisterung an die Zubereitung von „Krumme Krapfen“, „Olla Potrida“ und „Fastenkrapfen“. Das gemeinsame Essen bildete den Abschluss dieses schönen Gemeinschaftserlebnisses. Danach ging es zu einer Stadtführung durch die historischen Attraktionen Stühlingens mit viel Hintergrundinformationen durch Jutta Binner-Schwarz.

Der zweite Tag stand im Zeichen eines Projektes, das Helena Lakke für die 20 Austauschpartner/innen ausgearbeitet hatte. Sprachübergreifend befasste man sich mit verschiedenen Themen der beiden Städte Bellême und Stühlingen. Es wurde im Internet recherchiert, Prospekte gewälzt, Texte geschrieben, fantasievolle Plakate erstellt zu Themen wie Geschichte, Geographie, Freizeitmöglichkeiten und Gebäuden der beiden Heimatstädte. Beeindruckende Präsentationen in beiden Sprachen bildeten den Höhepunkt des Projektes am dritten Tag. Die mit viel Eifer kreierten Plakate werden an den Klassenzimmerwänden der Realschule an die schönen Begegnungen erinnern. Natürlich durfte auch eine Shopping-Tour nicht fehlen, die im Anschluss an den langen Schulvormittag in Waldshut unternommen wurde.

Ein weiterer Beitrag zum diesjährigen Austauschthema war der Besuch im römischen Vicus Juliomagus in Schleitheim. Wieder war es Jutta Binner-Schwarz, die das Thema den Jugendlichen näher brachte. Die Gründung der römischen Kleinstadt von ca. 6 Hektar wird datiert im 1. Jahrhundert n. Chr.; zu sehen sind vor allem Überreste des römischen Bades, gefunden wurden neben zahlreichen kleinen Holzbauten, ein römischer Tempel, eine Töpferei sowie eine Villa. Um das damalige Leben etwas erlebbar für die Jugendlichen zu machen, wurden im Anschluss römische Spiele ausprobiert.

Weniger historisch geprägt, dafür aber sicher der Höhepunkt für die Kids, war der Besuch des Europaparks Rust, der jedes Jahr ein absolutes Muss beim Besuch der Franzosen in Stühlingen ist. Der Samstag ist traditionell als „Familientag“ ausgewiesen, bei dem man individuell Ausflüge mit den Gästen unternimmt. Er bot auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit, auf die Interessen der Kids einzugehen.

Das jährliche Austauschprogramm wird vom Stühlinger Partnerschaftskomitee Stühlingen-Bellême erarbeitet und mitfinanziert, wobei die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen bei Crêpe-Verkäufen anlässlich der Stühlinger Märkte mithelfen werden und so einen Teil der Kosten selbst erarbeiten können.

Die Teilnehmer freuen sich sehr, dass der Austausch vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (Homepage: www.dfjw.org) unterstützt wird und den Schülern somit die Möglichkeit geboten wird, eine neue Kultur und das dazugehörige Land kennenzulernen und sich in der französischen Sprache zu erbroben. Es ist und bleibt eine authentische Erfahrung!