sozialtag 2018Soziales Lernen praktisch umgesetzt

Helfen anstelle von faulenzen – unter diesem Motto hatte die Schulleitung der Realschule angeregt, die freien Tage während der Prüfungen der Zehntklässler als „Sozialtag“ dazu zu nützen, Geld für einen guten Zweck zu erwirtschaften.

Die Fünft- bis Neuntklässler/innen sammelten Ideen und schwärmten aus um Selbstgemachtes und praktische Hilfe anzubieten. So wurden  Marmelade und Kuchen verkauft, Haushaltshilfe geleistet, im Garten gearbeitet, Hunde Gassi geführt, Autos gewaschen, eingekauft und viele weitere Aktionsfelder aufgetan. Am Ende kam die stolze Summe von 1000 Euro zusammen und man einigte sich darauf, die Summe hälftig an das private Kinderheim von Hella Doll sowie Frau Angelika Dahlin für das Netzwerk Raphael zu spenden.

Die Spende wurde Frau Angelika Dahlin, die bereits Adressatin von Spenden der Realschule sowie der früheren Hauptschule war und Vorträge über die Zielsetzungen des Netzwerk Raphael gehalten hat, persönlich in der Realschule überreicht.

Bei dieser Gelegenheit berichtete Frau über die Fortschritte bei ihrer Arbeit mit Massai-Frauen, ehemaligen Beschneiderinnen, die ihre  Arbeit aufgegeben  und mithilfe des Netzwerkes Raphael einen neuen Lebensinhalt gefunden haben. Sie haben unter schwierigsten Bedingungen geschafft, ein Restaurant und einen Laden zu eröffnen und zu bewirtschaften, wobei die bisherigen Spenden der Realschule für Ausstattung und Geschirr verwendet wurden. Frau Dahlin fliegt regelmäßig nach Tansania um sich über die Fortschritte des Projekts zu informieren und Hilfestellung zu leisten.

Inzwischen wurde in Tansania ein neues Projekt gestartet um jungen Leuten dort die Möglichkeit zu geben, ihr Einkommen selbst zu erwirtschaften anstatt die Gegend zu verlassen. Mit den Spendengeldern werden Bäume gekauft, die Einwohner auf einem eigenen Stück Land in einer Kooperative pflanzen und kultivieren. Ein Drittel des erwirtschafteten Kapitals geht an die Familien für Schulgeld und Haushaltsführung.  Für jedes Dorf sollen Sozialarbeiter eingestellt werden, die diesen Modellversuch begleiten und gleichzeitig  Vorträge zu medizinischen Themen wie Hygiene und Beschneidung in Zusammenarbeit mit den Massai-Frauen organisieren. Das Projekt ist eine Kooperation europäischer und afrikanischer Stellen, so sind auch Experten für tropische Landwirtschaft damit befasst. Man hofft, mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe  auch einen Beitrag zur Eindämmung der Flüchtlingswelle leisten zu können.

Rektor Felix Lehr und Konrektorin Barbara Berreth überreichten die Spende im Beisein der Kolleginnen Brigitte Hauser und Linda Mohr, die die Aktion ihm Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts begleitet hatten, sowie der Klasse 6b, die mit dem Verkauf von selbstgemachter Marmelade mehr als 100 Euro erwirtschaftet hatte.